Neues US Gesetz nimmt Importeure in die Verantwortung für Lebensmittelsicherheit

 

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Eine Analyse des Food Safety Modernization Act 

von Arnim von Friedeburg
eine Version in englischer Sprache ist auf www.germanfoods.org/trade zu finden

Der Food Safety Modernization Act (FSMA) umfasst die folgenden vier Haupthemen:

  1. HAACP Plan des Herstellers: Jeder Hersteller von Lebensmitteln im In- und Ausland wird verpflichtet, alle Gefahren der Verunreinigung bei der Produktion und Lagerung von Lebensmitteln gemäss eines gesetzlich vorgeschriebenen HACCP Plans (Hazard Analysis and Critical Control Point) zu analysieren, Vorbeugungsmassnahmen durchzuführen und sowohl Gefahren und Vorbeugung sorgfältig zu dokumentieren. Diese Dokumente müssen aufbewahrt und auf Verlangen der FDA vorgezeigt werden.
  2. Registrierung: Jede Produktions – und Lagerungsstätte im In-und Ausland muss sich bei der FDA registrieren (unabhaenging von der Bioterroismusregistrierung) und es dürfen nur Lebensmittel von registrierten Betrieben in die USA importiert und verkauft werden. Die Registrierung muss alle zwei Jahre erneuert werden. (Sec. 103, 415)
  3. Haftung des Importeurs: Jeder Importeur muss sicherstellen – und wird dafür haftbar gemacht – dass eingeführte Lebensmittel den Sicherheitsbestimmungen der USA entsprechen und dass die entsprechenden Herstellungs- und Lagerungsstätten der ausländischen Partner gemäss den US Standards kontrolliert und zertifiziert wurden. HAACP Pläne und Zertifizierungen müssen bei der Einfuhr auf Verlangen vorgezeigt werden. Wer vorsätzlich kontaminierte oder auch nur falsch etikettierte Lebensmittel in den Markt bringt, macht sich strafbar. (Sec. 201, 301, 302 und 107)
  4. FDA Kontrollen: Die FDA ist verpflichtet, jeden Herstellungsbetrieb von Lebensmitteln im In-und Ausland innerhalb einer bestimmten Zeitraumes zu kontollieren. Diese Kontrollen richten sich je nach Risikoprofil des Produkts und Herstellerlandes, sowie dem Status des Herstellers und Importeurs. Die FDA soll in den in den nächsten 4 Jahren über 17,000 Inspektoren in den örtlichen Büros anstellen und trainieren. Dafür (und andere Programme) soll ein Budget von $1.6 Milliarden zur Verfügung gestellt werden. Erneute Inspektionen von Betrieben, die bei der ersten Inspektion beanstandet wurden, sind kostenpflichtig, Die FDA is verpflichtet, auch die Betriebsstaetten von Importeuren zu kontrollieren (Sec. 201)
  5. FDA Befugnis zum Rückruf: Die FDA hat nun das Recht, schon bei begründetem Verdacht, das bestimmte Lebensmittel verseucht oder vergiftet sind, ein Rückrufaktion dieser Produkte anzuordnen. Bisher konnte die FDA nur nach klarer Beweisführung dem Hersteller empfehlen, freiwillig einen Rückruf durchzuführen.

Mögliche Konsequenzen und Kosten der Verordnungen für deutsche Exporteure und deren US Importeure:

In dem folgenden Fragen-und-Antworten Katalog werden einzelne Passagen des Gesetzestext beleuchtet und die wichtigsten potentiellen Auswirkungen für US Importeure und deren Exportpartner analysiert:

Q: Welcher HACCP Plan eines Hersteller wird von der FDA akzeptiert?

A: Die FDA wird in den nächsten sechs Monaten festlegen, welche Methoden der Rsikobewertung, Massnahmen zur Risikoverringerung und Dokumentation akzeptiert werden. Es kann gut sein, das einzelne bestehende Methoden der Sicherheitsüberprüfung im In-oder Ausland nicht mehr ausreichen werden, um eine Einfuhr zu garantieren.

Q: Welche Kontrollen und Zertifizierungen ausländischer Behörden oder Institutionen werden von der FDA akzeptiert?

A: Das wird in den nächsten sechs Monaten von der FDA festgelegt. Es ist anzunehmen, dass eine Reihe staatlicher und nicht-staatlicher Organsiationen in Europa im Rahmen des “Foreign Supplier Verification Programs”anerkannt und von der FDA akkreditiert werden. Da es in Deutschland allerdings keine nationale produktübergreifende Lebensmittelkontrolle gibt, kann es vorkommen, das Zertifikate einzelner Bundesländern oder örtlichen Behörden (Veterinär- und Gesundheitsämtern) den US Standards nicht entsprechen und somit nicht akzeptiert werden. Das muss im einzelnen Fall geklärt werden.

Q:Werden Sicherheitsüberprüfungen und Zertifikate von privaten „third party auditors“ wie dem TÜV, akzeptiert?

A: Vermutlich ja, aber diese sind nicht vorgeschrieben. Dennoch ist anzunehmen, daß die vier internationalen HAACP Standards der “Global Food Safety Initiative” (GFSI) das Risikoprofil eines Lebensmittelhestellers denkbar verbessern werden. Diese vier Standards sind

  1. International Featured Standard (IFS)
  2. Safe Quality Foods
  3. British Retail Consortium Standard
  4. FSC 22000

Der IFS Standard ist global am weitesten verbreitet und in Deutschland für alle Private Label Produkte schon fast eine Pflicht.

Q:Was muss der HAACP Plan eines Herstellers alles berücksichtigen?

  1. Sanitäre Massnahmen fuer alle Kontaktflächen, Werkzeuge und Geräte, die mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen.
  2. Sicherheitstraining für Arbeiter und Vorgesetzte
  3. Umweltanalyse und Kontrollmassnahmen zur Vermeidung von Kontamination durch schädlichen Keimen, Bakterien
  4. Kontrollmassnahmen für Allergene
  5. Rückrufprogramm
  6. Pläne fuer die Durchführung von Good Manufacturer Practices (GMP)
  7. Rückverfolgbarkeit der Inhaltsstoffe verarbeiteter Lebensmittel

Q: Welche Gefahren muessen von Herstellern erfasst werden?

  1. Biologische
  2. Chemische
  3. Physikalische
  4. Atomare
  5. natürliche Gifte
  6. Pestizide
  7. Arzeneimittelrückstände
  8. Fäulnis
  9. Parasite
  10. Allergene
  11. die Anfälligkeit des Herstellungsbetriebes gegenüber natürlichen Katastrophen oder terroristischer Akte

Q:Nach welchen Kriterien sollen Risikoprofile für die Bewertung von Betrieben im In-und Ausland erstellt werden?

  1. Bekannte Risiken des Produkts
  2. Risiko des exportierenden Landes
  3. die vergangene Einhaltung der Vorschriften (“compliance history”) des Importeurs in Bezug auf Betriebssicherheit, Kontrollen, Dokumente, Rückrufe etc.
  4. Teilnahme des Importeurs im freiwilligen qualifizierten Importeurprogramm (“voluntary qualified importer program”) eine Art „fast track“, das eine schnelle und unkomplizierte Einfuhrkontrolle garantiert.
  5. die Genauigkeit, mit der ein Lieferanten aus dem Ausland überprüft werden (“Foreign Supplier Verification Program”), sowohl im jeweiligen Exportland und vom importeur.

Q: Welche Lebensmittel und Betriebe sind von dem Gesetz und der Registrierung nicht betroffen?

  1. Fleisch, Gefluegel und Eier, die werden vom US Landwirtschaftsministerium (USDA) überprüft
  2. Fruchtsäfte … die FDA hat für diese Ketegorie bereits einen HAACP Plan für Hersteller und Importeure vorgeschrieben
  3. Schwachsaure Lebensmittel … Hersteller müpssen sich bereits bei der FDA registrieren und dabei einen HAACP Plan vorlegen
  4. Alkoholische Getränke … unterliegen der Überwachung des Tax and Trade Bureau (TTB) im Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security). Etiketten müssen vom TTB genehmigt werden. Einige Passagen des FSMA Gesetzes betreffen allerdings auch alkoholische Getränke!
  5. Meeresfrüchte .. unterliegen der Überwachung des Handelsministeriums (Department of Commerce) und der FDA
  6. Nahrungsergänzungsmittel (nutritional supplements)
  7. Kleinbetriebe unter $500,000 Umsatz, und Bauernhöfe, die innerhalb von einem Umkreis von 250 Meilen ihre Produkte direkt an Verbraucher verkaufen
  8. Tierfutterhersteller
  9. Betriebe, die Lebensmittel zwischenlagern ohne dass Lebensmittel irgendwie kontaminiert werden können (bei Flughäfen zum Beispiel)

Q:Was können US Importeure tun, um die Einfuhr von Produkte ihrer Exportpartner zu erleichtern?

A: Importeure können sich einer gesonderten Überprüfung seitens der FDA unterziehen, und dadurch die Einfuhr von Produkten auf einem „fast track“ deutlich beschleunigen. Die Teilnahme an einem solchen „qualified importer program“ ist für den Importeur kostenpflichtig. Derzeit gibt es bereits ein fast track Programm des US Zolls, das sogenannte „Customs-Trade Partnership Against Terrorism“ der US Zollbehörde, unter dem Container bereits vor der Verschiffung kontrolliert und dadurch bei der Einfuhr beschleunigt abgefertigt werden. Ob diese Programme zukünftig zusammen oder doppelt durchgeführt werden, ist noch unklar. Auf alle Fälle verringert die Teilnahme an einm oder beiden Programmen merklich das Risikoprofil des Importeurs und dadurch das Riskio, das ein Container am Zoll „hängenbleibt.“

Q:Welche Auswirkungen wird das neue Gesetz auf den “Graumarkt“ haben?

A:Interessanterweise wird im Gesetztext ausdrücklich erwähnt (Sec. 309), das die FDA bessere Strategien entwickeln soll, um den Schmuggel von Lebensmitteln (Graumarktware) zu verhindern. Ausserdem kann die FDA nun den sofortigen Rückruf von Lebensmittel ohne US-gerechter Ettikettierung oder solche mit fehlhafter Etikettierung anordnen. Diese Umsetzung dieser beiden Passagen des Gesetzes werden das finanzielle Risiko für Exporteure und Importeure von Graumarktwaren merkbar erhöhen.

Q:Welche zusätzlichen Kosten kommen auf Importeure und ihre Exporteure für die Einfuhr von Lebensmitteln zu?

  1. Obwohl im Gesetz nicht ausdrücklich bestimmt, sollen die FDA Registrierungen der Herstellungs – und Lagerungsstätten kostenpflichtig sein und müssen alle zwei Jahre erneuert werden. Es heißt, das eine Registrierung um die 500 Dollar kosten soll, aber das steht noch nicht fest und wird sich in den nächsten Monaten herausstellen.
  2. Wenn ein Herstellungsbetriebe aufgrund von Mängeln bei der Erstinspektion erneut kontrolliert werden muss, dann ist diese „re-inspection“ kostenpflichtig. Für ausländische Betriebe wird der „ United States agent for each foreign facility “ – also in den meisten Fällen der Importeur- haftbar gemacht.
  3. Sollte der Betrieb eines Importeurs Mängel aufweisen, dann muss er auch für eine erneute Kontrolle bezahlen.
  4. Ein Importeur, der einen von der FDA angeordneten Rückruf nicht unverzüglich und ordnungsgemäss durchführt, muss die Kosten der Durchführung seitens der FDA bezahlen
  5. Der Importeur muss Gebühren für die Teilnahme an dem „voluntary qualified importer program“ tragen. Diese Teilnahme verringert die Kosten bei der Einfuhr, vor allem das Risko einer Beschlagnahmung des Containers
  6. Darüberhinaus ist die Teilnahme am C-TPAT Programm kostenpflichtig. Diese Kosten richten sich nach der Größe des Betriebes und könnenzwischen $10,000 und $100,000 betragen.

Q:Wann wird die FDA verbindliche Regeln zur Durchführung des FSMA veröffentlichen?

A: Das kann noch bis zu 18 Monate dauern, vermutlich werden die ersten Regeln innerhalb eines Jahres herausgegeben. Es sollen vor allem 2.000 Inspektoren angeheuert und trainiert, sowie ein zusätzliche Budget von 1.6 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Derzeit ist noch nicht klar, ob dieses zusätzliche Budget zur Umsetzung des Gesetzes vom Kongress bewilligt wird. Das von der Republikanischen Partei dominierte Repräsentantenhaus, steht derFinanzierung aufgrund des hohen Haushaltdefizits skeptisch gegenüber.

Q:Welche Massnahmen sollten deutsche Exporteure von Lebensmitteln nun als erstes beruecksichtigen?

A: Zunaechst gibt es keinen akuten Handlungsbedarf, bevor die FDA endgültige Verordnungen veröffentlicht hat. Allerdings sollten sich deutsche Exporteure auf einschneidende Veränderungen bei der Einfuhr von Lebensmitteln gefasst machen und entsprechend vorbereiten:

  • Arbeiten Sie schon jetzt mit Ihrem Importeur zusammen, um einen HACCP Plan zu erstellen und entsprechend zu dokumentieren
  • Da nun der Importeur im Obligo steht, nachzupruefen und zu dokumentieren, das ein Exporteur akzeptable Sicherheitskontrollen durchfuehrt, kann es vorkommen, dass bestimmte Importeure die bisherige Zusammenarbeit mit Exporteuren aufgrund der Risiken einer Einfuhrverweigerung oder eines Rueckrufes aufgeben. So wird es in Zukunft wichtiger, einen verlaesslichen “Importer of record” zu finden, anstatt mehrere Importeure zu benutzen.
  • Prüfen Sie die Kapitalisierung Ihres Importeurs. Möglicherweise kann der Handelspartner die neu anfallenden Kosten nicht mehr decken und Sie haben das Risiko, das ein beschlagnahmter Container nicht mehr bezahlt wird.
  • Lassen Sie sich von erfahrenen Experten im Lebensmittelrecht und der US-gerechten Ettikettierung beraten. Es geht ja letzlich darum, daß Verbraucher wissen wollen und müssen, was in den Produkten enthalten ist, besonders solche Verbraucher mit Allergien, Diabetes oder anderen Krankheiten

Foodservice in US Supermarkets grow despite recession

Restaurants still suffer from low demand

Carryout and dine-in options at grocery chains like Whole Foods as well as at Costco and Target, which likely compete with restaurants, are adding to industry sales, Paul said. Technomic estimates that sales of prepared foods at supermarkets increased 3 percent, to $19 billion, and will grow another 3.5 percent in 2011. Those gains are outpacing the restaurant industry.

According to Technomic, a Chicago-based restaurant consultancy, the industry is expected to post a 1.6 percent sales increase in 2011, essentially on higher prices, after eking out a 0.1 percent increase in 2010. Gains were driven by a strong second half of the year. Industry sales are still about 7 percent below 2007 levels, according to the group.According to market research firm NPD Group, high employment is problematic for the restaurant industry because it has been highest among 18- to 34-year-olds, a group that typically eats out more.

Eigenmarken im Vormarsch

US Verbraucher bleiben bei Private Label Alternativen

Die Eigenmarken des US Einzelhandels werden in immer mehr Sparten zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die führenden Marken. Laut einer neuen Studie der NPD-Gruppe, einem führenden Marktforschungsunternehmen, in welcher Wahrnehmung, Muster im Verbraucherverhalten und Kaufabsichten untersucht wurden, zeigt, dass im vergangenen Jahr 24 Prozent aller Lebensmittel, die in amerikanischen Haushalten konsumiert wurden, Eigenmarken waren, ein solides Wachstum, verglichen mit 18 Prozent vor zehn Jahren (1999). Heutzutage kaufen 97 Prozent aller Haushalte regelmäßig Eigenmarken Lebensmittel.

Harry Balzer, leitender Industrieanalyst bei NPD und Autor von Essgewohnheiten in Amerika (Eating Patterns in America), unterstreicht den Stellenwert von Eigenmarken als wesentlichen Bestandteil des amerikanischen Alltags.
Marktforschungsstudien der NPD-Gruppe belegen stetes Wachstum im Konsum von Eigenmarken über die letzten zehn Jahre, eine Entwicklung, die durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt wird.

In vielen Kategorien treffen oder übertreffen Eigenmarken inzwischen den Geschmack der Verbraucher, nicht nur in Produktqualität, sondern auch Verpackung und Werbemassnahmen. Dazu ist der Preis zwischen 5% und 25% unter der führenden Marke. Die Konkurrenz von Eigenmarken trifft dabei hauptsächlich die dominierenden US Marken und weniger Importierte Spezialitätenmarken.

Verbraucher von Eigenmarken-Lebensmitteln sind in allen Einkommensschichten und demographischen Profilen vertreten. In der Einkommensgruppe unter $30.000 jährlich (entspricht 31% der befragten Haushalte), sind 30% aller Portionen Eigenmarkenprodukte, in der Gruppe, die jährlich zwischen $30.000 und $60.000 verdient (mit 36% die größte Einkommenssparte) sind es sogar 37%, für Haushalte, die über $70.000 jährlich verdienen, sind es 34%.

Für Konsumenten, die zunehmend kostenbewusst einkaufen, bieten Eigenmarken einen guten Gegenwert. Im Marketingbereich besteht die größte Herausforderung sowohl für Markenprodukte als auch für Eigenmarken darin, sich von der jeweiligen Konkurrenz abzugrenzen und gezielt auf die Bedürfnisse der Verbraucher einzugehen.,Private Label Trend USA

Health Claims in EU and US

Health Claims auf Lebensmittel-Verpackungen (“Der Verzehr dieser Margarine senkt den Cholesterin-Spiegel”) sind bei Verbrauchern und Produzenten gleichermaßen beliebt: den ersteren geben sie ein gutes Gewissen und den letzteren beträchtliche Zusatzumsätze. In den letzten 10 Jahren kamen in den USA immer mehr Produkte auf den Markt, die bestimmte Gesundheitseffekte der Zutaten ausloben. Allerdings sind europäischen wie auch amerikanischen Herstellern zunehmend enge Grenzen gesetzt und auf beiden Seiten herrscht nach wie vor Unklarkeit welche Werbaussagen nun zulässig sind und welche nicht.
USA

FDA kontrolliert stärker
Anfang März dieses Jahres schob die US-Lebensmittelbehörde FDA (Food & Drug Administration) einen Riegel vor die Art und den Umfang von Health Claims: 17 Unternehmen bekamen Warnbriefe und müssen jetzt ihre Verpackungen umgestalten. Die FDA fand der Nährwert von Produkten werde übertrieben, oder ungesunde Fette maskiert. Unter den Adressaten waren Gerber Babynahrung, Juicy Juice, Dreyer’s Eiskrem (alles Nestlé-Firmen), POM Granatapfelsaft sowie Gorton’s Fisch-Filets (siehe http://www.fda.gov/Food/ LabelingNutrition/ucm202859.htm)

Claims sind erlaubt
In den USA werden seit 1993 für bestimmte Lebensmittel Aussagen “zur Reduktion von Krankheitsrisiken” zugelassen. Gezielte Gesundheitsaussagen werden von der FDA auf Basis von “vollständigen, öffentlich verfügbaren wissenschaftlichen Beweisen und dort, wo signifikante Aussagen durch Beweise qualifizierter Experten durch wissenschaftliche Übereinstimmung unterstützt werden”, genehmigt. Feststellungen zu nährwertbezogenen Angaben können laut FDA auch auf “zuverlässigen Aussagen” des Federal Scientific Body sowohl des National Institute of Health und der Centers for Disease Control and Prevention als auch der National Academy of Sciences – basieren.

Das Etikettengesetz von 1993 (NLEA ) nennt die Mengenvorgaben, ab wann ein Produkt beispielsweise als „gute Quelle für Vitamin C” genannt werden darf. Die FDA gibt den Herstellern sogar Beispiele (FDA Health Claims Guidance 2008) vor, wie Claims gemacht werden sollten.

Durch den FDA Modernization Act (FDAMA) von 1997 ist ein weiterer Index entstanden. Dieser weist auf die Gefahr von zu kaliumhaltiger Ernährung und Herzschlag sowie auf die Vorteile einer Vollwert-Ernährung hin.
In einem weiteren Schritt etablierte die FDA 2003 eine Initiative, die in so genannten „Qualified health claims” und einer weiteren Aufstellung mündete. Hiernach dürfen auch vorsichtig formulierte Behauptungen aufgestellt werden, zu denen noch keinen abschließende wissenschaftliche Meinung vorliegt. In dieser Liste tummeln sich Phospholipide wie Phosphatidylserin, das den Verlauf der Alzheimer-Krankheit verlangsamt und bereits als Getränkezusatz eingesetzt wird, aber auch diverse Nüsse, die gegen Herzerkrankungen helfen sollen. Sie erstreckt sich von Kalzium und Osteoporose, über Folsäure und embryonale Neuralrohrdefekte, dem bekannten Effekt von Natrium auf den Bluthochdruck bis hin zu den positiven Eigenschaften von Soja-Proteinen bei koronalen Herzerkrankungen.

Kein Claim zur Risikominimierung
Ob durch Expertisen abgesichert oder nicht: in den USA dürfen Packungsangaben keinen Hinweise auf den Grad der Risikominimierung von Krankheiten geben. Und ein simples Zusammenpanschen von ein paar Ingredienzien reicht auch nicht aus, um den Segen der FDA zu erhalten. Die Lebensmittel müssen zusätzlich mindestens 10% der Tagesration von einem oder mehr sechs wichtiger Nährstoffe (Vitamin A, Vitamin C, Eisen, Kalzium, Protein, Ballaststoffe) enthalten, die nicht angereichert sein dürfen. Zudem sind Grenzen bei gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Natrium einzuhalten. So ist es vielleicht nicht verwunderlich, daß nur um die 5% aller Verpackungen in den USA Health Claims enthalten.
Europa

Health Claims in Europa
Auch in Europa darf neben den funktional-strukturellen Angaben auch auf gesundheitliche Vorteile hinweisen. „Vitamin A fördert gesunde Augen” ist ein Beispiel, „Protein baut Ihre Muskeln auf” ein anderes. Die 2007 eingeführte EU-Health ClaimsVerordnung scheint deutlich an den NLEA angelehnt. Jedoch muss ein vollständiger Katalog mit den wissenschaftlich zurzeit nachgewiesenen Zusammenhängen zwischen Krankheitsvermeidung durch spezifische Inhaltsstoffe in Lebensmitteln (zu finden hier) noch vervollständigt werden.

EFSA Liste
Kontrollbehörde für die europäische Lebensmittelindustrie ist die die Europäische Behördefür Lebensmittelsicherheit EFSA. Grundlage für die Überprüfung von Health Claims ist die Verordnung EG Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.12.2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. Seit dem sind Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben in der Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, nur noch zulässig, wenn sie durch die “Health-Claims-Verordnung” ausdrücklich zugelassen sind. Ist eine Angabe (z.B. Werbeaussage) nicht zugelassen, darf sie nicht verwendet werden. Zulässig ist nur, was durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.

Auf dem europäischen Markt sind gesundheitsbezogene Aussagen wie “stärkt die Abwehrkräfte”, “cholesterinsenkend” oder “unterstützt die Gelenkfunktionen” nur dann zulässig, wenn sie in der “allgemeinen Claims-Liste” der EFSA aufgeführt und damit für ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat zugelassen sind.

Allerdings ist diese Positivliste noch nicht fertig gestellt: Ihre Veröffentlichung war ursprünglich für den 31.01.2010 vorgesehen. Dieser Zeitplan ist längst überholt. Nach der Veröffentlichung von ersten Gutachten durch die EFSA im Oktober 2009 und Februar 2010 ist nun mit einem Veröffentlichungstermin vielleicht im Oktober 2010 oder später zu rechnen. Eine Sprecherin der EU-Kommission zum Thema: “Nun wird es wohl bis 2011 dauern.” (Quelle: Spiegel Online, 12.02.2010).

Branchenkenner sehen den Grund darin, dass die EFSA mit den vielen von der europäischen Industrie eingereichten Claim-Anträgen (über 40.000) überfordert ist. Zwar hat die Europäische Kommission die Liste mittlerweile auf ein Zehntel zusammengekürzt, doch sie umfasst immer noch über 4.000 Claims mit “gesundheitsbezogenen Angaben zu allgemeinen Funktionen”, wie etwa “Kalzium ist gut für Ihre Knochen”. Die muss die EFSA alle prüfen. Knapp 1.000 Anträge sind in der öffentlich einsehbaren Liste erst bearbeitet.

Doch damit nicht genug. Hersteller sollen auch mit individuell zugeschnittenen Gesundheitsanträgen werben dürfen. Dazu müssen aber umfangreiche wissenschaftliche Nachweise eingereicht werden, die die EFSA prüft. Auf Basis ihrer wissenschaftlichen Bewertung entscheidet dann die Europäische Kommission, ob der Health Claim genehmigt wird oder nicht.
Bei den individuellen Claims waren die Lebensmittelkonzerne weitaus zurückhaltender. Rund 280 Anträge wurden bisher eingereicht, etwa 80 davon sind bearbeitet, so die EU-Sprecherin. Die meisten davon wurden abgelehnt – so fand die EFSA keinerlei wissenschaftlichen Belege dafür, dass Kinderschokolade beim Wachsen hilft, Cranberry-Saft das Risiko von Blasenentzündungen vermindert oder schwarzer Tee die Konzentrationsfähigkeit steigert. Die wenigen autorisierten Claims hingegen klingen eher banal: Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Kindesentwicklung. Kalzium, Vitamin D und Phosphor braucht man für den Knochenaufbau.

Einige Konzerne haben ihre Anträge allerdings gleich wieder zurückgezogen. Zum Beispiel Danone: Der Konzern wollte auch in Zukunft seinen Joghurt-Drink Actimel damit bewerben, dass er die “Abwehrkräfte aktiviert”. Im April 2009 hatte Danone den entsprechenden Antrag auf diesen Health Claim eingereicht, ihn jedoch später wieder zurückgezogen. Die Konzerne fürchten eine Abfuhr, denn das gesamte Antragsverfahren mit den Bewertungen der EFSA und dem abschließenden Urteil der Kommission ist öffentlich im Internet einsehbar. Von den hohen Kosten für die wissenschaftlichen Dossiers ganz abgesehen. Die können, je nachdem, welche und wie viele klinische Studien dazu durchgeführt wurden, durchaus bei mehreren Millionen Euro liegen. Ein negativer Bescheid kann somit das Image und den Geldbeutel empfindlich schädigen.

Gemeinsame Plattform?
Es gibt nach wie vor keine gemeinsame Plattform für die Regulierung von Health Claims zwischen den USA und der Europäischen Union und einige Verbände sehen die derzeitigen EU Verordnungen als Hendleshemmnis (Alliance for Natural Health). Doch zumindestens reden die zwei Handelsblöcke über das Thema: am 23. Februar trafen sich die FDA, EFSAund Health Canada zu dem Thema und im Mai 2010 lädt die EFSA internationale Industrievertreter, Verbraucherverbände und Lebensmittelbehörden zu einem Summit nach Parma, Italien (EFSA Health Claims Summit) . Eine kurzfrisitge Annäherung der unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden und gesetzlichen Verordnungen zur Verifizeirung von Health Claims ist aber nicht in Sicht.

Christine Wezel

“Clean Energy” from the Odenwald

Germanfoods.org ‘ “Brand of the Month”

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Spring is the season for work-outs and weight management. Yet, fitness involves the appropriate food that delivers energy, not too many calories, and does not cause allergic reactions. (According to a recent study by the University of Pittsburgh, food allergy reactions accounted for about 203,000 hospital emergency department visits each year from 2001 to 2005).

Seitenbacher, a unique company located in the heart of the “Odenwald” between Frankfurt and Heidelberg, is on a mission to provide “clean” energy to consumers. Seitenbacher’s natural and gluten-free energy bars are made from pure fruits, natural honey, and fine chocolates and are a good source of fiber. No additives, artificial colors or caloric grains. Seitenbacher also offer high protein shakes for body builders and muscle- toning hobby athletes, organic muesli cereals, cookies and snacks.  The company sources most ingredients from local, organic farms in this pristine and bucolic area of Germany.

Founder and owner Willi Pfannenschwarz comes from a family of millers dating back to the seventeenth century.  During the 1970s he observed that a growing number of people in his home town developed allergies and intestinal problems, involving stomach, liver or kidney.
Pfannenschwarz concluded that one cause might be the refined, bleached and nutrient-poor flour used for making everyday, frequently-consumed  products like bread, cookies,cereals etc. So Pfannenschwarz started to concoct cereals and cookies with whole and unrefined grains, including local spelt, organic rye and whole wheats. He designed and build his own processing and filling equipment so that the grains and fruits would not be smashed during production.

Over time, Seitenbacher gained distribution at most German health food stores and supermarket health sections in Germany. Pfannenschwarz even produces his own radio commercials which are so quirky and unique that the brand has become a household name in Germany. Over the past decade, Pfannenschwarz started to export a large assortment of Seitenbacher organic, natural, GMO-free, gluten-free, high vitamin and mineral products to the US, and set up a distribution center in Florida. Seitenbacher energy bars, cereals, high quality cooking and salad oils,  vegetable broth or snacks can be found at selected stores or online at www.seitenbacher.com.